Bericht: Leonard Cohen Project am 08.09.2018

Halleluja, was für ein Abend

„Leonard-Cohen-Project“ als Zuschauermagnet im Brenzpark.

Halleluja! Was für ein Abend! „Sommer im Park“ verabschiedete sich mit einem musikalischen und optischen Höhepunkt der diesjährigen Saison. Sanft, leise und berührend spielte das Leonard-Cohen-Project Balladen voller Lust, Liebe, Leidenschaft und Sehnsucht. Romantisch- sentimentale Stimmung transportierte das Trio aus dem vergehenden Sommer in die nachdenkliche Zeit des Herbstes, des „Indian Summer“.

Was die drei spielten, das war eine Hommage an einen der ganz Großen der neueren Musikgeschichte. Eine Verbeugung vor einem Mann, der Melancholie und Schwermut durch seine Musik zu einem erstrebenswerten Lebensgefühl machte, und das „Brenzpark“-Publikum dankte es mit frenetischem Applaus und stehenden Ovationen.

Songs of Love and Hate hieß ein Studioalbum von Leonard Cohen, und in diese frühe Phase von Cohen  nahm das Trio die über 500 Besucher im Brenzpark mit. „Frontman“ Jürgen Gutmann ließ die Zuhörer nicht nur mit den Songs allein. Nein, er wusste zu jedem Lied eine Geschichte, kannte Storys, die sich um den Kanadier rankten, übersetzte Textpassagen, und öffnete durch sein Hintergrundwissen das Tor in die geheimnisvolle Welt des Leonard Cohen.
Sauber und klasse gespielte akustische Gitarren von Thomas Schmolz und Manuel Dempfle, der Verzicht auf technischen Schnickschnack und minimalistisch arrangiert, brachte den authentischen Sound der Lieder voll zur Geltung. Das Konzert wurde so zu einem echten Unplugged-Erlebnis.

Das Publikum summte die sanft dahingleitenden Melodien mit, manchmal auch die Texte. „So Long Marianne“ und „Bird on The Wire“ erinnerten an Cohens Lebensabschnitt auf der griechischen Insel Hydra. Rockiger und eindringlich „First we take Manhattan“. Seine kurze Liebschaft mit Janis Joplin, verschlüsselt erzählt im Song „Chelsea Hotel Number 2“.  „Sisters of Mercy“ und „Will be Fine“ brachte das Trio in akustischer Reinkultur auf den Punkt.

Die drei Musiker aus Ludwigsburg ließen Cohen als großen „Zweifler“und „Womanizer“ aufleben, der den Grund, dass es uns schlecht geht, darin sah, dass wir uns selbst nicht mögen.

Was für ein Konzert, Zeit und Musik zum wegträumen und wegschweben in einer unvergleichlichen Atmosphäre, und eine Erlebnisqualität der besonderen Art.

Dann ganz zum Schluss war es soweit…. „Halleluja, Halleluja“

Bericht: Wolfram Galgenmüller
Fotos: Hans Blickle

 

 

Rubrik Nachrichten, Sommer im Park



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