Bericht Konzert Lanzinger Trio

am 13.08.2017 im Brenzpark

Sonntagnachmittag Konzert mit dem Lanzinger Trio, Stubenmusik mal völlig anders.

SiP-LanzingerTrio-7695Ein Hackbrett, eine Zither und eine Gitarre: beste Voraussetzungen für gemütliche behagliche Stubenmusik, wenn da nicht Jörg Lanzinger an der Zither, Komale Akakpo am Hackbrett und Hannes Mühlfriedel an der Gitarre wären. Sie verliehen der Stubenmusik am Sonntagnachmittag bei „Sommer im Park“ völlig neuen Glanz. Die drei Herren, die ihre Stücke selbst komponieren, waren zum ersten Mal in dieser Besetzung zu Gast im Park.

„Progressive Stubenmusic“ nennen sie ihr Programm, und mit diesem „Alpenländisch-Crossover-Stil“ holen sie die Instrumente von Anfang an aus ihrer festgelegten Ecke heraus.Das Lanzinger Trio spielt seine Instrumente nicht nur im herkömmlichen Sinn, sondern zupft, schlägt und trommelt auch mal darauf, sodass es ganz ohne Schlagzeug auskommt. Sie wollen bewusst das gewohnte Bild ihrer klassischen Instrumente aufbrechen, ihnen frischen Wind geben, und das gelang dem Trio hervorragend.

Die drei Berufsmusiker die ihre präsentierte Instrumente alle studiert haben, spielten virtuos, und zwar bei jeder Stilrichtung. Ob Landler, Polka, Blues, Hardrock oder Walzer, es war ein  Klangerlebnis, extrem gekonnt gespielt.

Das Publikum wurde innerhalb weniger Sekunden von der Spielfreude des Trios angesteckt. Die drei entführten die Zuhörer in die Welt der Volksmusik, die alles andere als verstaubt und nach Musikantenstadel klingt. Mit Augenzwinkern, aber nicht ohne leise Kritik verarbeiten die Musiker Anlässe und Beobachtungen aus dem Alltag.

Jörg Lanzinger versteht es, seine Zuhörer nicht nur musikalisch, sondern auch in seinen Ansagen zu unterhalten. So erklärt er mit viel Witz , wie beispielsweise das Stück „Der Kaliberg“ entstanden ist, ein wunderbarer Jodler und Schleuniger, bei dem die Alkalimetalle und Elemente gejodelt werden.

 Ein „zwiefacher“, eine überlieferte bayrische Tanzgattung, im Ries und Kesseltal Schweinauer genannt, war das Thema bei „Wenn’s dustr“ wird. Das Trio das in Günzburg seinen Mittelpunkt hat, wird auf ihren Konzertreisen immer wieder gefragt wo eben dieses Günzburg liegt, daraus entstand die „Lego Landler Partie“, fünf Walzerteile in unterschiedlichen Tonarten. So gab es immer wieder überraschende Momente in Spieltechnik.

Rockig mit Jazzelementen wurde es bei „Captain Future sei Muadr“, eine Anspielung auf eine Trickfilm-Weltraumserie aus den 80ern. Die fröhlichen Kaugeräusche der kleinen Tochter beim Apfelessen waren die Vorlage für den „Antonowka Kolo im Apfelrhythmus“.

Das Lanzinger Trio lieferte bei „Sommer im Park“ eine tollen Stilmix voller Spielwitz, Sympathie und urkomisch.Vehemente Zugabeforderungen waren die Folge.

Vielen Dank für diesen tollen Nachmittag an alle Beteiligten-Künstler und das sehr zahlreiche Publikum.

Bericht: Wolfram Galgenmüller  – Fotos: Hans Blickle

Rubrik Nachrichten, Sommer im Park



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